Ronald Lässig (DDR-Opfer-Hilfe e.V.) fordert personelle Aufstockung der Stasi-Unterlagenbehörde

 

Neue Zeitung, 14.01.2013

 
Seit Gründung der Gedenkstätte im Jahr 1994 haben rund 2,6 Millionen Menschen das einstige zentrale Stasi-Gefängnis besichtigt

Rund 351.000 Menschen haben sich die ehemalige Stasi-Haftanstalt Berlin-Hohenschönhausen 2012 angeschaut, so viele wie nie zuvor. Auch das Interesse an den Stasi-Akten ist ungebrochen. Der Vorsitzende des Vereins DDR-Opfer-Hilfe , Ronald Lässig, fordert deshalb eine personelle Aufstockung der Stasi-Unterlagenbehörde.

Ex-Stasi-Gefängnis meldet Besucherrekord

Die meisten Interessenten kamen aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Knapp die Hälfte der registrierten Besucher seien Jugendliche gewesen. Bei den ausländischen Gästen lagen Dänemark, Norwegen und die Niederlande an der Spitze.

Seit Gründung der Gedenkstätte im Jahr 1994 sei die Zahl der Besucher kontinuierlich gestiegen, hieß es weiter. Insgesamt hätten bisher rund 2,6 Millionen Menschen das einstige zentrale Stasi-Gefängnis besichtigt. Damit sei 2012 ein Besucherrekord verzeichnet worden.

Die Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen gilt als einer der wichtigsten Erinnerungsorte für die SED-Diktatur. Gebäude und Einrichtung der früheren Stasi-Untersuchungshaftanstalt sind fast unversehrt erhalten geblieben. Die Besucher werden in der Regel von ehemaligen Häftlingen durch das Gelände geführt.

Auch Interesse an Stasi-Akten ist ungebrochen

Mehr als 22 Jahre nach dem Ende der DDR lässt auch das Interesse an den Akten der früheren Staatssicherheit nicht nach. Wie die “Berliner Zeitung” unter Berufung auf Angaben der Stasi-Unterlagen-Behörde berichtete, war die Zahl der Anträge auf Akteneinsicht 2012 sogar höher als im Vorjahr. Bis Ende November hätten 84.743 Bürger entsprechende Anträge gestellt, zitierte das Blatt Behördensprecherin Dagmar Hovestädt. Im gesamten Jahr 2011 waren es demnach 80.611 Anträge.

Der Vorsitzende des Vereins DDR-Opfer-Hilfe, Ronald Lässig, forderte als Reaktion auf die neuen Zahlen eine personelle und finanzielle Aufstockung der Stasi-Unterlagenbehörde. “Die Aufarbeitung der SED-Diktatur ist alles andere als abgeschlossen”, erklärte er in Berlin. Die Zunahme bei den Anfragen begründete er auch damit, dass seit 2012 Angehörige von Verstorbenen leichter Akteneinsicht nehmen können.

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